Fotos archivieren: aufbewahren, ordnen, sichern

Fotokiste-Team7 Minuten Lesezeit

Alte Fotos halten am längsten, wenn sie kühl, trocken, dunkel und fern von Säure und Klebstoff liegen. Das Sächsische Staatsarchiv rät, 20 Grad und 60 Prozent Luftfeuchte nicht zu überschreiten und nur Verpackungen zu verwenden, die den Fototest nach ISO 18916 bestanden haben. Das ist die eine Hälfte der Arbeit. Die andere Hälfte ist eine digitale Kopie mit lesbarem Dateinamen und drei Sicherungen, damit die Bilder auch dann bleiben, wenn die Schachtel es nicht tut.

Dieser Ratgeber behandelt beide Hälften der Reihe nach: erst die Abzüge, dann die Dateien.

Teil 1: Abzüge aufbewahren

Welcher Raum eignet sich für alte Fotos?

Der Wohnbereich, den Sie ohnehin heizen und lüften, ist meist der beste Ort. Der Dachboden wird heiß, der Keller feucht, die Garage beides. Die Grundregeln zur Fotokonservierung des Sächsischen Staatsarchivs nennen Temperaturen über 20 Grad und eine relative Luftfeuchte über 60 Prozent als Werte, die den chemischen Zerfall beschleunigen.

Ein Schrank in einem Innenraum mit 18 bis 20 Grad erfüllt das für Abzüge. Ein kleines Hygrometer für wenige Euro zeigt, ob die Luftfeuchte im Rahmen bleibt. Farbabzüge und Negative verblassen bei Zimmertemperatur schneller als Schwarz-Weiß-Bilder; das Archiv empfiehlt dafür deutlich kühlere Lagerung, was für wertvolle Negative sinnvoll ist, für den Schuhkarton aus dem Wohnzimmer aber nicht nötig.

Welche Schachteln und Hüllen sind sicher?

Verwenden Sie Schachteln, Mappen und Hüllen, die als säurefrei und ligninfrei gekennzeichnet sind, ohne optische Aufheller. Für Fotos gilt zusätzlich der Fototest nach ISO 18916 (PAT), der prüft, ob das Material der Bildschicht schadet. Hüllen aus Kunststoff sollten aus Polyester, Polypropylen oder Polyethylen bestehen und frei von Weichmachern sein. PVC scheidet aus, ebenso Kunststoff ohne Angabe.

Legen Sie möglichst jeden Abzug in eine eigene Hülle oder einen eigenen Umschlag. Wo das zu aufwendig ist, gilt die Faustregel des Archivs: höchstens 20 Abzüge gleicher Größe übereinander. Alte Pergaminhüllen, Briefumschläge und die Fotoschachteln aus dem Drogeriemarkt sind keine Archivverpackung, auch wenn sie so aussehen.

Was darf ein Foto nie berühren?

Gegenstand Warum er schadet Was stattdessen
Gummibänder Verfärben das Papier und trocknen zu einer harten Kante ein Säurefreie Mappe oder ein lockeres Baumwollband
Klebestreifen (auch Archivklebeband) Der Kleber altert und hinterlässt Flecken Fotoecken aus Papier, ohne Kleber auf dem Bild
Selbstklebeetiketten, Post-it-Zettel Kleberreste, die sich nicht entfernen lassen Beschriftung mit Bleistift auf der Rückseite
Büroklammern, Tacker Rosten und drücken sich ein Mappen, eine Gruppe je Mappe
Selbstklebealben Die Klebeschicht vergilbt und verbindet sich mit dem Abzug Säurefreie Albumseiten mit Fotoecken
Kugelschreiber, Filzstift, Tinte Drückt durch, läuft aus, verblasst nicht gleichmäßig Weicher Bleistift, wenig Druck, am Rand

Was tun mit Alben, die Sie behalten wollen?

Ein Album mit säurefreien Seiten und Fotoecken kann bleiben, wie es ist. Problemfälle sind die Selbstklebealben aus den 1970er bis 1990er Jahren, bei denen die Klebestreifen vergilbt sind. Ziehen Sie die Abzüge nicht mit Gewalt heraus; die Bildschicht kann reißen. Scannen Sie die Seiten so, wie sie sind, damit die Bilder gesichert sind, und behandeln Sie das Ablösen als eigenes Projekt. Die Anleitung zum Digitalisieren eines Fotoalbums ohne Herausnehmen zeigt den Aufbau.

Das Staatsarchiv empfiehlt für Alben Schuber oder Stülpschachteln, die Staub und Licht fernhalten. Stellen Sie Alben aufrecht wie Bücher. Schwere Alben flach übereinander drücken auf die unteren, und die Seiten kleben zusammen.

Wie fasst man Abzüge beim Sortieren an?

Waschen und trocknen Sie die Hände, bevor Sie anfangen, und fassen Sie Abzüge nur am Rand an. Das Archiv arbeitet mit Baumwollhandschuhen; zu Hause reichen saubere, trockene Hände, wenn Sie den Bildbereich meiden. Essen und Trinken gehören auf einen anderen Tisch. Sortieren Sie bei Tageslicht, aber nicht in der Sonne, und legen Sie jede Gruppe zurück in ihre Mappe, bevor Sie die nächste öffnen.

Teil 2: Digitale Kopien ordnen und sichern

Wie sollen die Dateien heißen?

Ein Scan mit dem Namen IMG_4471.jpg sagt in zehn Jahren niemandem etwas. Ein Name mit Jahr, Ort und Personen schon. Ein Muster, das in jedem Ordner richtig sortiert:

1987-08_Gardasee_Oma-Rosa_S12-03.jpg

Jahr und Monat zuerst, damit die Dateien zeitlich aufgereiht sind. Dann der Ort, dann die Personen, dann Albumseite und Position auf der Seite. Ist das Jahr unbekannt, nehmen Sie das Jahrzehnt mit Fragezeichen in den Ordnernamen, statt ein Datum zu raten.

Legen Sie je Album einen Ordner an, benannt so, wie die Familie das Album nennt ("Blaues Album 1987", "Hochzeit Oma"). Darin bleibt die Seitenreihenfolge erhalten. Legen Sie keinen Ordner je Person an; ein Bild mit vier Personen bräuchte dann vier Kopien.

Wo Namen, Daten und Orte hingehören

Dateinamen tragen das Wesentliche. Längere Notizen, etwa "der Mann links ist Onkel Karl, der 1952 ausgewandert ist", gehören in eine Textdatei im selben Ordner oder in das Beschriftungsfeld der App, mit der Sie gescannt haben. In Fotokiste lassen sich Datum, Ort und Namen an ein Foto oder an mehrere auf einmal anhängen, und die Beschriftung bleibt beim Album, wenn Sie es als Link teilen. Die Scans werden nie entfernt, verkleinert oder mit Wasserzeichen versehen und bleiben auch nach dem Ende von Plus sichtbar.

Welches Werkzeug Sie auch nehmen: Tragen Sie die Namen ein, solange die Menschen erreichbar sind, die sie kennen. Der Artikel Was tun mit alten Fotos schlägt vor, das während des Scannens mit einem Verwandten am Telefon zu erledigen.

Wie sichert man richtig: die 3-2-1-Regel

Drei Kopien, auf zwei verschiedenen Arten von Speicher, davon eine außer Haus. In der Praxis:

  1. Kopie eins: die Dateien auf Handy oder Computer.
  2. Kopie zwei: eine externe Festplatte oder ein USB-Stick in der Schublade.
  3. Kopie drei: ein Cloud-Ordner, oder eine Festplatte bei einem Verwandten.

Prüfen Sie die Kopien einmal im Jahr: Öffnen Sie auf jedem Medium ein paar Dateien und ersetzen Sie eine Festplatte, die Fehler zeigt. Eine Kopie, die Sie fünf Jahre nicht geöffnet haben, ist womöglich nicht mehr lesbar.

Um die Dateien aus einer Scan-App herauszubekommen, brauchen Sie einen Sammel-Export. In Fotokiste ist das Sichern einzelner Fotos in die Fotos-App enthalten; der Export eines ganzen Albums auf einmal, als ZIP-Datei oder als PDF-Fotobuch, gehört zu Plus für 39,99 Euro im Jahr oder 79,99 Euro einmalig für drei Jahre (Stand: Oktober 2026). Die Preisseite listet, was enthalten ist.

Das Archiv teilen, nicht nur lagern

Eine Kopie in der Familie ist auch eine Sicherung. Sobald die Alben gescannt und beschriftet sind, schicken Sie sie an Geschwister und Kinder; jeder Empfänger, der das Album herunterlädt, hält eine weitere Kopie. Der Artikel über das Teilen alter Fotos mit der Familie vergleicht die Wege, darunter einen Browser-Link ohne Konto.

Die Checkliste

Schritt Abzüge Digitale Dateien
Ort Innenraum, unter 20 Grad, unter 60 Prozent Luftfeuchte Handy oder Computer plus zwei weitere Kopien
Behälter Säurefreie, PAT-geprüfte Schachteln und Hüllen Ein Ordner je Album, Seitenreihenfolge erhalten
Befestigung Keine: keine Gummis, Klebestreifen, Klammern, Kleber Entfällt
Beschriftung Weicher Bleistift am Rand der Rückseite Jahr, Ort, Namen im Dateinamen
Alben Aufrecht, im Schuber, Selbstklebealben zuerst scannen Seite für Seite gescannt, Beschriftung in der App
Handhabung Saubere trockene Hände, nur am Rand Einmal im Jahr auf jedem Medium ein paar Dateien öffnen
Kopie außer Haus Originale an Verwandte, wenn die Familie einverstanden ist Eine Sicherung außerhalb der Wohnung

Häufige Fragen

Wie bewahrt man alte Fotos am besten auf?

In säurefreien, PAT-geprüften Hüllen und Schachteln, in einem Raum unter 20 Grad und 60 Prozent Luftfeuchte. Entfernen Sie Gummibänder, Klebestreifen und Büroklammern. Fassen Sie Abzüge am Rand an und scannen Sie sie, bevor Sie versuchen, sie aus alten Klebealben zu lösen.

Sind Alben oder Schachteln besser für alte Fotos?

Beides funktioniert, wenn das Material säurefrei ist. Schachteln mit Hüllen brauchen weniger Platz und nehmen neue Abzüge in der Reihenfolge auf. Alben lassen sich leichter durchblättern, verlangen aber mehr Sorgfalt: keine Selbstklebeseiten, nicht überfüllen, aufrecht lagern.

Wie sortiert man alte Fotos digital am sinnvollsten?

Ein Ordner je Album, Dateien mit Jahr, Ort und Personen im Namen, Seitenreihenfolge erhalten. Längere Notizen in eine Textdatei oder in das Beschriftungsfeld der App. Dann drei Kopien auf zwei Speicherarten, eine davon außer Haus.

Soll man Negative nach dem Scannen behalten?

Ja, wenn Sie welche haben. Ein Negativ enthält mehr Details als ein Abzug und lässt sich später mit höherer Auflösung erneut scannen. Lagern Sie Negative in Hüllen aus Polyester oder Polypropylen, nie in PVC, und kühler als die Abzüge, wenn es geht.

Wenn Sie mit der digitalen Hälfte anfangen möchten, scannen Sie eine Albumseite mit Fotokiste auf Ihrem Handy und benennen Sie die Dateien noch am selben Abend.

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