Was tun mit alten Fotos? 4 Wege im Vergleich
Für alte Fotos gibt es vier Wege: behalten, digitalisieren, mit der Familie teilen oder abgeben. Entscheidend ist die Reihenfolge, nicht der Weg. Digitalisieren Sie zuerst, denn mit einer gescannten Kopie lässt sich jede spätere Entscheidung rückgängig machen. Mit einer Handy-App, die ganze Albumseiten mit bis zu sechs Fotos auf einmal erfasst, ist ein Album mit 40 Seiten an einem Abend erledigt.
Warum der erste Schritt immer das Scannen ist
Ein Abzug existiert genau einmal. Landet er im Müll, bekommt er einen Wasserschaden oder geht er beim Umzug verloren, ist er weg. Mit einer digitalen Kopie können Sie das Original der Cousine geben und das Bild trotzdem ansehen, oder das fünfte Strandfoto vom selben Nachmittag aussortieren und die Datei behalten.
Wer zuerst scannt, nimmt sich außerdem den Druck. Sie müssen nicht an einem Nachmittag über jeden einzelnen Abzug entscheiden.
Weg 1: Abzüge behalten und richtig lagern
Behalten kostet am wenigsten Geld und am meisten Regalplatz. Abzüge halten Jahrzehnte, wenn sie trocken, dunkel und kühl liegen. Das Sächsische Staatsarchiv rät in seinen Grundregeln zur Fotokonservierung, Temperaturen über 20 Grad und eine Luftfeuchte über 60 Prozent zu vermeiden. Dachboden, Keller und Garage scheiden damit aus.
Sie brauchen säurefreie Schachteln oder Hüllen, und Sie verzichten auf Gummibänder, Klebestreifen und Selbstklebealben. Aufwand: ein Nachmittag, um die Abzüge umzupacken und die Deckel zu beschriften. Kosten: ein paar Archivkartons, einmalig. Die vollständige Lagerliste steht im Artikel über das Archivieren von Familienfotos.
Weg 2: Abzüge digitalisieren
Drei Wege führen zum Ziel, und sie unterscheiden sich vor allem in Zeit und Preis.
Eine Handy-App ist für Alben der schnellste Weg. Sie fotografieren jede Seite so, wie sie ist, und die Software findet die einzelnen Fotos, schneidet sie zu und richtet sie gerade. Kein Foto verlässt das Album. Die Anleitung zum Digitalisieren eines Fotoalbums ohne Herausnehmen zeigt den Aufbau mit Lampe und Tisch.
Ein Flachbettscanner liefert die höchste Auflösung und eignet sich für lose Abzüge, die Sie später vergrößern wollen. Er braucht einen Computer, und jede Seite wird von Hand auf das Glas gelegt. Rechnen Sie mit mehreren Minuten je Seite.
Ein Dienstleister nimmt Ihnen die Arbeit ab. Sie schicken das Paket los und erhalten Dateien zurück. Abgerechnet wird je Foto oder je Albumseite; die Preise stehen auf der Website des jeweiligen Anbieters.
Fotokiste ist eine der App-Optionen. Sie läuft auf iPhone und Android. Scannen, Ansehen, Beschriften und das Sichern einzelner Fotos kosten nichts; der Export ganzer Alben auf einmal braucht Plus, für 39,99 Euro im Jahr oder 79,99 Euro einmalig für drei Jahre (Stand: Oktober 2026). Die Einzelheiten stehen auf der Preisseite.
Weg 3: Die Bilder mit der Familie teilen
Ein gescanntes Album erreicht Geschwister, Kinder und Enkel noch am selben Tag. Aufwand: wenige Minuten je Album, sobald die Scans vorliegen. Kosten: nichts über das Scannen hinaus, wenn Sie einen Link oder eine E-Mail verschicken.
Zwei Dinge machen das Teilen brauchbar. Behalten Sie die Albumreihenfolge bei, denn eine Seite erkennt man schneller als eine lose Datei. Und schreiben Sie auf, wer auf dem Bild ist, solange es noch jemand weiß. In Fotokiste lassen sich Datum, Ort und Namen zu einem Foto oder zu mehreren auf einmal eintragen. Ein ganzes Album lässt sich als Link teilen, der in jedem Browser öffnet, ohne App und ohne Konto beim Empfänger.
Weg 4: Einen Teil abgeben
Nicht jeder Abzug verdient eine Schachtel. Typische Kandidaten: Doppelte, unscharfe Aufnahmen und Landschaften ohne Personen oder Ortsangabe.
Fragen Sie vor dem Wegwerfen einmal in der Familie nach. Ein Foto, das Sie langweilt, ist vielleicht das einzige Bild, das jemand anderes vom Großvater hat. Fotos mit Bezug zu einem Ort, einem Verein oder einem Betrieb sind bei Heimatvereinen und Stadtarchiven manchmal willkommen; fragen Sie an, bevor Sie etwas schicken.
Zur Entsorgung: Fotopapier ist beschichtet und gehört in den Restmüll, nicht ins Altpapier. Alben mit Plastikfolien trennen Sie vorher. Wenn ganze Alben gehen müssen, hilft der Artikel zum Entsorgen von Fotoalben bei Umzug, Haushaltsauflösung und Nachlass.
Die vier Wege auf einen Blick
| Weg | Zeit für ein Album | Kosten | Was Sie aufgeben |
|---|---|---|---|
| Behalten und lagern | Ein Nachmittag zum Umpacken | Archivkartons, einmalig | Regalplatz; keine Kopie, falls die Schachtel Schaden nimmt |
| Digitalisieren mit Handy-App | Etwa ein Abend | Scannen selbst nichts; Sammel-Export mit Plus, 39,99 Euro im Jahr (Stand: Oktober 2026) | Etwas Auflösung gegenüber dem Flachbettscanner |
| Digitalisieren mit Flachbettscanner | Mehrere Stunden | Scanner, einmalig | Zeit; das Album muss aufs Glas passen |
| Digitalisieren beim Dienstleister | Tage bis Wochen Versand | Je Foto oder je Seite, siehe Anbieter | Die Abzüge sind eine Weile außer Haus |
| Teilen | Minuten je Album, sobald gescannt | Nichts über das Scannen hinaus | Nichts |
| Abgeben | Ein Abend Sortieren | Nichts | Den Abzug, endgültig |
Eine sinnvolle Reihenfolge für ein Wochenende
- Tragen Sie alle Kartons und Alben in einem Zimmer zusammen und zählen Sie die Alben.
- Scannen Sie die Alben Seite für Seite, in der Reihenfolge des Albums. Die Abzüge bleiben, wo sie sind.
- Tragen Sie Namen, Daten und Orte ein, solange Verwandte telefonisch erreichbar sind.
- Teilen Sie die gescannten Alben und fragen Sie, wer welche Originale möchte.
- Lagern Sie, was bleibt, in säurefreien Schachteln. Doppelte kommen zuletzt weg.
Häufige Fragen
Was macht man mit alten Familienfotos, die niemand will?
Erst scannen, dann die Originale in einer Nachricht mit Link zu den Scans der Familie anbieten. Was niemand nimmt, kann ans Stadtarchiv gehen, wenn ein Ort oder ein Ereignis zu sehen ist, oder in den Restmüll. Die digitale Kopie bleibt in jedem Fall.
Dürfen alte Fotos ins Altpapier?
Nein. Abzüge bestehen aus beschichtetem Fotopapier und stören das Recycling. Sie gehören in den Restmüll. Albumseiten aus Pappe ohne Folie dürfen dagegen ins Altpapier.
Ist es schlimm, alte Fotos wegzuwerfen?
Nicht, wenn eine Kopie existiert und die Familie gefragt wurde. Behalten Sie die Originale, die wirklich zählen: das einzige Porträt einer Person oder Abzüge mit handschriftlichen Notizen auf der Rückseite. Der Rest kann gehen, sobald er gescannt ist.
Was ist der günstigste Weg, alte Fotos zu digitalisieren?
Das Handy, das Sie schon besitzen. In Fotokiste kosten Scannen und Ansehen nichts, der Sammel-Export gehört zu Plus für 39,99 Euro im Jahr (Stand: Oktober 2026). Ein Dienstleister rechnet je Foto ab, nimmt Ihnen aber die Arbeit ab.
Wenn Sie heute anfangen möchten, scannen Sie die erste Albumseite mit Fotokiste auf Ihrem Handy; das Ergebnis zeigt, wie der Rest des Kartons aussehen wird.

