Fotoalben der Eltern digitalisieren: Plan fürs Wochenende
Fünf bis acht Fotoalben der Eltern lassen sich an einem Wochenende digitalisieren. Der Samstag gehört dem Sichten und den Gesprächen über die Bilder, der Sonntag dem Scannen und Beschriften. Mit einer Handy-App, die eine ganze Albumseite in einer Aufnahme erfasst, brauchen Sie je Seite etwa eine bis zwei Minuten, ein Album mit 40 Seiten also rund eine Stunde.
Warum zuerst die Eltern und dann der Scanner
Die Bilder selbst laufen nicht weg. Ein Flachbettscanner oder ein Handy kopiert sie auch in zwei Jahren noch. Was sich nicht nachholen lässt, sind die Angaben zu den Bildern: wer die Frau am Rand ist oder in welchem Jahr der Urlaub war.
Deshalb beginnt das Wochenende nicht am Scanner, sondern am Küchentisch. Jede Stunde mit Fragen spart Ihnen später einen Karton voller Gesichter, die niemand mehr zuordnen kann. Das Scannen am Sonntag ist danach reine Fleißarbeit.
Samstag: Alben zusammentragen und Fragen stellen
Tragen Sie vormittags alle Alben und Schuhkartons an einen Ort. Zählen Sie Seiten, nicht Fotos. Notieren Sie, welche Alben Klebeseiten oder Folien haben, denn die brauchen beim Scannen etwas mehr Sorgfalt. Wie Sie solche Seiten abfotografieren, ohne die Bilder herauszulösen, steht in der Anleitung Fotoalbum digitalisieren, ohne die Fotos herauszunehmen.
Legen Sie dann eine Reihenfolge fest. Die ältesten Alben kommen zuerst, weil die Menschen, die diese Gesichter noch kennen, selbst die ältesten sind. Alben aus Ihrer eigenen Kindheit können warten, die Geschichten dazu kennen Sie.
Kleben Sie kleine Haftzettel in drei Farben an die Seiten: scannen, überspringen, nachfragen. Überspringen können Sie Seiten mit reinen Landschaften oder mit Doppelabzügen, die Sie schon besitzen. Die Seiten mit "nachfragen" sind das Programm für den Nachmittag.
Setzen Sie sich am Nachmittag mit Ihren Eltern und diesen Seiten zusammen. Planen Sie etwa 90 Minuten ein, länger hält die Konzentration selten. Schreiben Sie jede Antwort sofort auf, mit Albumname und Seitenzahl, auf Papier oder in eine Notiz-App.
Die Fragen für "Wer ist das?"
Diese Fragen passen zu fast jeder Seite. Stellen Sie sie in dieser Reihenfolge, Seite für Seite, und lassen Sie Ihre Eltern das Album halten.
| Frage | Warum sie wichtig ist | Was Sie notieren |
|---|---|---|
| Wer ist auf dem Bild, von links nach rechts? | Namen gehen zuerst verloren | Vollständige Namen, Spitznamen, Verwandtschaft |
| Wo wurde das aufgenommen? | Der Ort macht aus dem Foto eine Geschichte | Stadt, Straße, Haus, Urlaubsort |
| Welches Jahr war das ungefähr? | Eine Schätzung ist besser als nichts | "Etwa 1968" reicht |
| Was war der Anlass? | Hochzeit, Taufe, Einschulung, Betriebsausflug | Ein Stichwort |
| Wer hat fotografiert? | Oft die Person, die auf dem Bild fehlt | Name |
| Gibt es eine Geschichte dazu? | Das, was sonst niemand erzählen kann | Zwei bis drei Sätze |
| Wer sollte das Bild noch bekommen? | Geschwister, Cousinen, alte Nachbarn | Namen für das spätere Teilen |
Zwei Regeln haben sich bewährt. Wenn sich Ihre Eltern bei einem Jahr nicht einig sind, notieren Sie beide Angaben. Und wenn eine Seite eine längere Geschichte auslöst, lassen Sie sie laufen. Das Scannen hat bis Sonntag Zeit.
Sonntag: Scannen und Beschriften
Richten Sie einen Tisch am Fenster ein, mit Tageslicht von der Seite. Deckenlampen spiegeln sich in glänzenden Abzügen und in Folien. Legen Sie das Album flach hin, halten Sie das Handy waagerecht über die Seite und machen Sie eine Probeaufnahme.
Für das Scannen selbst gibt es drei Wege:
- Ein Flachbettscanner liefert die höchste Auflösung. Das Album muss dafür aufgeschlagen auf die Glasplatte, Seite für Seite. Dicke Alben liegen nicht plan, und der Buchrücken leidet.
- Ein Dienstleister übernimmt die Arbeit. Sie geben die Alben für einige Wochen aus der Hand und zahlen je Foto oder je Seite. Die aktuellen Preise stehen auf den Websites der Anbieter.
- Eine Handy-App, die Albumseiten erkennt. Sie fotografieren die ganze Seite, die App findet jedes Foto darauf, schneidet es zu, richtet es gerade und speichert es als eigene Datei.
Fotokiste ist eine App dieser dritten Art. Eine Aufnahme erfasst bis zu sechs Fotos auf einer Seite, jedes Foto wird einzeln gespeichert und dabei in Kontrast und Farben verbessert. Zuschnitt und Drehung lassen sich nachträglich korrigieren. Gescanntes wird nie gesperrt, verkleinert oder mit Wasserzeichen versehen. Fotokiste gibt es für iPhone und Android.
Arbeiten Sie Album für Album. Rechnen Sie mit ein bis zwei Minuten je Seite, einschließlich eines kurzen Blicks auf das Ergebnis. Ist ein Album fertig, beschriften Sie die Fotos, bevor Sie das nächste aufschlagen. In Fotokiste tragen Sie Datum, Ort und Namen zu einem Foto oder zu mehreren auf einmal ein. Dafür sind die Notizen vom Samstag da. Ein ganzes Urlaubsalbum bekommt Ort und Jahr in einem Schritt.
Die Checkliste für das Wochenende
| Wann | Aufgabe | Erledigt |
|---|---|---|
| Samstag vormittags | Alle Alben und Kartons an einen Ort bringen | |
| Samstag vormittags | Seiten zählen, Klebeseiten und Folien notieren | |
| Samstag vormittags | Reihenfolge festlegen: älteste Alben zuerst | |
| Samstag vormittags | Seiten markieren: scannen, überspringen, nachfragen | |
| Samstag nachmittags | Mit den Eltern die markierten Seiten durchgehen | |
| Samstag nachmittags | Namen, Orte, Jahre, Geschichten aufschreiben | |
| Sonntag vormittags | Tisch und Licht einrichten, Probeaufnahme machen | |
| Sonntag vormittags | Die ersten zwei bis drei Alben scannen | |
| Sonntag nachmittags | Restliche Alben scannen, jedes Album beschriften | |
| Sonntag abends | Mit der Familie teilen, Dateien sichern |
Wenn die Zeit knapp wird, hören Sie nach dem Beschriften auf, nicht nach dem Scannen. Unbeschriftete Scans sind nur wenig besser als ungescannte Alben.
Wie die Familie an die Bilder kommt
Nach dem Scannen stellt sich die Frage, wie Geschwister, Cousins und die Freunde Ihrer Eltern die Bilder bekommen. Messenger verkleinern Fotos und verteilen sie über viele Chats. Geteilte Cloud-Alben setzen bei jedem Empfänger ein Konto voraus. Ein USB-Stick funktioniert, muss aber kopiert und verschickt werden.
Einfacher ist ein Link. In Fotokiste teilen Sie ein ganzes Album als Link per WhatsApp oder E-Mail. Wer ihn öffnet, sieht das Album im Browser, ohne App und ohne Konto. Der Link verfällt nicht, und Sie können ihn jederzeit löschen, dann ist das Album wieder privat. Alle Wege im Vergleich finden Sie im Ratgeber alte Fotos mit der Familie teilen, auch mit Angehörigen ohne App.
Zu den Kosten: Scannen, Alben anlegen, Beschriften, ein einzelnes Foto sichern und ein Album als Link teilen sind in Fotokiste kostenlos. Viele Fotos auf einmal in die Fotos-App sichern, ein Album als ZIP exportieren oder das Herunterladen über den Link erlauben gibt es mit Plus. Plus kostet 39,99 € im Jahr oder 79,99 € einmalig für drei Jahre, Stand: Oktober 2026. Die Einzelheiten stehen auf der Preisseite von Fotokiste.
Was mit den Alben danach passiert
Behalten Sie sie. Die Scans sind eine Kopie, und Ihre Eltern wollen die Seiten weiter umblättern. Lagern Sie die Alben stehend, trocken und ohne direkte Sonne. Fotos aus Klebealben lösen Sie nur, wenn sie sich von selbst lösen. Wie Sie Originale und Dateien dauerhaft sicher aufbewahren, beschreibt der Ratgeber Familienfotos archivieren: aufbewahren, ordnen, sichern.
Ein letzter Punkt für den Sonntagabend: Kopieren Sie die Dateien auf einen zweiten Speicherort, etwa einen Computer oder eine externe Festplatte. Eine Kopie allein auf dem Handy ist nur einen Sturz vom Verlust entfernt.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, ein Fotoalbum zu digitalisieren?
Mit einer Handy-App, die ganze Seiten erfasst, rechnen Sie mit ein bis zwei Minuten je Seite, einschließlich Kontrolle. Ein Album mit 40 Seiten ist in weniger als einer Stunde fertig. Ein Flachbettscanner braucht je Seite länger, ein Dienstleister mehrere Wochen.
Muss ich die Fotos zum Digitalisieren aus dem Album nehmen?
Nein. Wer die Seite so abfotografiert, wie sie ist, behält Reihenfolge, Bildunterschriften und das Album selbst. Fotos von Klebeseiten zu lösen reißt sie oft ein. Nehmen Sie nur heraus, was ohnehin schon lose ist.
Wie beschrifte ich alte Familienfotos?
Halten Sie zu jedem Foto mindestens drei Angaben fest: die Namen der Personen, den Ort und ein ungefähres Jahr. Fragen Sie Ihre Eltern während des Scannens und schreiben Sie sofort mit. Apps, die mehrere Fotos auf einmal beschriften, sparen bei Urlaubsalben viel Tipparbeit.
Wie teile ich gescannte Fotos mit Eltern und Geschwistern?
Für Angehörige ohne App eignet sich ein Link, der im Browser aufgeht. Alternativen sind ein geteiltes Cloud-Album, das ein Konto voraussetzt, oder ein USB-Stick. Hunderte Fotos über einen Messenger zu schicken ist unpraktisch, weil er die Bilder verkleinert.
Brauche ich einen Scanner, um Fotoalben zu digitalisieren?
Nein. Eine Handykamera und Seitenlicht genügen für Alben, die Sie am Bildschirm ansehen wollen. Ein Flachbettscanner lohnt sich, wenn Sie große Abzüge planen oder für einzelne Bilder die höchste Auflösung brauchen.
Wenn Sie den Plan ausprobieren möchten, nehmen Sie das älteste Album, setzen sich am Samstag zu Ihren Eltern und beginnen mit der ersten Frage: Wer ist das?

